Grundelemente eines Bauwagens

Diese Seite soll einen kurzen Überblick über den grundsätzlichen Aufbau eines Bauwagens zum Wohnen geben.

Das Fahrgestell

.. ist ja eigentlich das Alleinstellungsmerkmal eines Bauwagenheimes, das Fundament. Daher beginnt das Projekt mit einer Betrachtung desselben. Wie mobil soll das Projekt in Zukunft sein? Die Straßenverkehrsordnung will beachtet sein! Die Fahrzeugbreite kann maximal 2,55 m betragen, um im normalen Verkehr transportiert werden zu können. Mit Sondererlaubnis können auch 3,00 m breite Vehikel befördert werden.

Dann ist natürlich der Zustand der Räder und der Bremsen von besonderer Bedeutung. Auch die technischen Zulassungen für Zugfahrzeuge, Führerscheine der Zugführer sind zu beachten … Oft ist die Möglichkeit, das mobile Heim auf einem Tieflader zu transportieren, das Mittel der Wahl; hierbei ist allerdings dann eine maximale Höhe der Fuhre von 4,00 m zu beachten. (Es gibt Tiefladeanhänger mit unterschiedlichen Ladehöhen; mit 30 bis 50 cm Ladehöhefläche ist dann zu rechnen.)

Daher ergibt sich dann eine maximale Höhe des Aufbaues von 3,5 bis 3,7 Meter abzüglich der Fahrgestellhöhe, die mit ungefähr 1,00 bis 1,20 m anzusetzen ist – also 2,3 bis maximal 2,7 Meter.

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Die Bodenplatte

Jetzt wenden wir uns der Bodenplatte zu: Hier handelt es sich um die Grundlage des eigentlichen Wohnraumes. Besonders wichtig ist eine gute Wärmeisolierung, da im tiefen Winter von unten sehr kalte Außenluft sonst die Wohnbehaglichkeit zerstören kann. Fußkälte wollen wir unbedingt vermeiden.

Ein guter Beitrag zur Erhöhung des Fußkomforts ist daher ein Bodenbelag aus Holzdielen oder Kork. Die Bodenplatte kann beispielsweise folgendermaßen aufgebaut sein: OSB Platte als Außenhaut (Außenseite nach unten!), Querhölzer im Rasterabstand mit Holzfaserdämmmatten ausgefüllt, außenherum ein Randholz, obendrauf eine Holzdielung. Wichtig ist die Verbindung der Holzträger mit dem Metallfahrgestell.

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Wandaufbau

Auch hier gilt das Augenmerk einer gut ausgeführten Isolierung. Man sollte eine möglichst leichte Konstruktion wählen, um das Gesamtgewicht niedrig halten zu können. Dennoch ist es natürlich wichtig, die Statik des Fahrzeuges zu beachten.

Insbesondere für den Fall eines Transportes sind zusätzliche Belastungen durch Rucken und Verwindungen schon bei der Planung einzubeziehen.

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Fenster und Türen

Eine wesentliche Überlegung beim Herstellen des mobilen Heimes ist die Fensterplanung. Einmal sind isolierte Fenster – am liebsten natürlich aus bestem Holz gefertigt – ein beträchtlicher Kostenfaktor und zum anderen bestimmen die Ausblicke und Lichtverhältnisse, die die Fenster ermöglichen, die Lebensqualität der verschiedenen Zonen im Bauwagen.

Die beste Grundlage für den Beginn eines kostenbewussten Projektes sind daher gut erhaltene, gebrauchte Fenster, die man weiterverwenden kann. Hier scheint mir das Einsparpotential am größten – falls man mit Glück und Recherchearbeit einen passenden Fang machen kann. Das gilt natürlich genauso für die Eingangs- und die Terrassentür. Man kann allerdings auch recht günstig Holzaußentüren mit relativ kleiner Fensterfläche im Baumarkt bekommen.

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Dachaufbau

Die einfachste Bauweise für den Dachaufbau ist ein mit Blech gedecktes Pultdach. Die Dachneigung kann dann relativ flach sein und es gibt keine schwierigen Anschlußbereiche, an denen Wasser eindringen könnte.

Außerdem kann man bei der Gestaltung eine Südorientierung des Innenraumes anstreben, um möglichst gute Licht- und Sichtverhältnisse zu bekommen. (Bei einem Satteldach beispielsweise hätte man auf beiden Längsseiten die Dachkante niedriger als die Höhe in Raummitte, so daß eventuell der Blick nach oben sehr eingeschränkt erscheinen kann – die Maximalhöhe des Baukörpers ist ja wegen der Transportbedingunen begrenzt.)

Ofen, Ofenrohr und Außenschornstein

In den meisten Fällen wird man ein ganzjährig bewohnbares Bauwagenheim mit einem kleinen aber feinen Kaminofen beheizen; dazu wird dann ein Ofenrohr notwendig. Um dem Wasserandrang auf dem Dach keinen falschen Weg zu ermöglichen ist eine Durchführung auf der Seitenwand zu empfehlen.

Im Transportfall wird das Rohr dann natürlich abmontiert, was mit relativ kleinem Aufwand auch möglich ist. Inzwischen findet man im Internet auch gute zweiwandig isolierte Edelstahlkamine, die so günstig sind, das einfache Blechrohrlösungen eigentlich als auf Dauer überteuerte Provisorien anzusehen sind. (Der Rost fragt sonst alle paar Jahre nach Erneuerung …)

Die Durchführung durch die isolierte Wand sollte sehr sorgfältig geplant werden, damit keine Gefahr für brennbare Materialien besteht und keine größeren Wärmeverluste entstehen. Man kann beispielsweise mit Porenbetonsteinen die Durchführung ausführen und ein Blech in die Fassadenhaut einarbeiten.

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Stromanschluß und Verkabelung

Je nach Nutzung gibt es natürlich die verschiedensten Ansprüche, die hier gestellt werden können. Falls 3000 Watt Stromleistung ausreichen, das heißt weder elektrisch geheizt oder gekocht werden soll und auch nicht gleichzeitig Wasser gekocht, geföhnt, getoastet und staubgesaugt werden soll, reicht eigentlich eine einfache Anschlußleitung beispielsweise sogar mit Hilfe einer Kabeltrommel. Diese muß allerdings wettergeschützt untergebracht sein. Dazu kann man beispielsweise in einem Kasten unter dem Wagenboden alles Nötige einrichten.

Die Verkabelung des Wohnraumes selber sollte allerdings mindestens eine Deckenlampe – mit zugehörig ein bis drei Schaltern an verschiedenen Aufenthaltsorten im Wageninneren – und ein paar gut geplante Orte für Steckdosen vorsehen. Die Kabelführung ist dann recht einfach in der Wand möglich, will allerdings rechtzeitig und gründlich durchdacht sein.

Eingangstreppe

In jedem Fall wird es eine Treppenlösung brauchen, um in die vielleicht 1,2 Meter erhöhte Wohnebene zu gelangen. (Für den Transportfall muß sie natürlich demontierbar ausgeführt sein.) Da ein Wohnen im Bauwagen wegen des begrenzten Innenraumangebotes auch immer den Anbau einer mobilen Terrasse nahelegt, kann man sich überlegen, ob man auf die fixierte Deichsel des Bauwagens, die im Bewohnungsfall eigentliche sowieso nur im Wege ist, eine Zwischenebene mit Terrassenfunktion baut. Dann kann mit zwei kleinen Treppenmöbeln und einem Geländer ein guter Zugang zur Vorderseite des Bauwagens ermöglicht werden.

Unten im Bild ist eine improvisierte Baustellenlösung zu sehen, die sich zwar schon erstaunlich bewährt hat, aber mindestens noch den Halt durch einen stabilen Handlauf vermissen läßt.

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Terrasse

Hier kann man schon das Material und die Idee der Südterrasse sehen. Die vor der Terrassentür auf Böcken gestapelten 4 cm dicken Lärchenholzbohlen sollen ab nächstem Frühjahr zu einer 1,5 Meter breiten Terrassenumlauf verarbeitet werden.

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